Erkenne dich selbst! [Der Funke des Chronos]
Hamburg, 16. Dezember 2006
Der verwaiste Medizinstudent Tobias bekommt von einem Unbekanntem ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk – eine Einladung in einen antiken Uhrenladen, in dessen Keller sich eine Zeitmaschine befinden sollen. Als Tobias der Einladung folgt überschlagen sich die Ereignisse und ehe er sich versieht strandet er im Hamburg des 19. Jahrhunderts und sieht der Zeitmaschine dabei zu, wie sie im Fleet versinkt. Zeitgleich wird die Hansestadt von einem Serienmörder heimgesucht, den Tobias prompt beim Beseitigen einer Leiche stört und somit ins Visier der Ermittlungen gerät.
Was hat es mit dem Mörder auf sich und haben die Morde vielleicht wirklich eine Verbindung zu dem Zeitreisenden? Und dann hat ihm der Uhrenmacher auch noch einen seltsamen Sinnspruch mitgegeben, der ihm auf seinem Abendeuter immer wieder begegnet:
Nosce teipsum! – Erkenne dich selbst!
Thomas Finn erschafft mit „Der Funke des Chronos“ eine vollkommen neue Wirklichkeit und verbindet Hamburger’sche Stadtgeschichte mit der packenden Spannung eines Krimis. Der 2006 im Piper Verlag erschienene Roman besticht mit historischen Tatsachen, okkultistischem Grusel und einem kriminalistischen roten Faden, der einen an das Geschehen fesselt und es schwer macht, das Buch nicht in einem durch zu lesen. Die knapp 400 Seiten verfliegen quasi und die unauffällig detaillierte Darstellung der Umgebung gibt einem das Gefühl, sich mitten im Geschehen zu befinden.
Die Hauptcharaktere haben alle eine kleine Hintergrundgeschichte, die passend in den Szenen erklärt wird, ohne dass es den Fluss der Geschichte stört und auch ihre Charaktereigenschaften wirken im Ganzen plausibel und den Situationen angepasst.
Die Beschreibung der Erfindungen und der vorhandenen Technik hat mir gut gefallen, auch wenn ich mir die ein- oder andere Konstruktion gerne näher „angesehen“ hätte, da Erfindungen und technischer Fortschritt das Kernthema des Romans darstellen. Dennoch kann man sich die Apparate gut vorstellen und bekommt auch einen Eindruck davon, was sie zu der damaligen Zeit bedeutet haben.
Die Storyline hat mir tatsächlich so gut gefallen, dass ich mir einen Film über das Buch wünschen würde – und mir diesen auch gut vorstellen könnte. Spannung und Phantastik, ganz ohne großartige Special-Effects!
Empfehlen würde ich den „Zeitreise-Thriller“ jugendlichen Leser*innen mit einem gewissen Interesse für Erfindungen, Zeitreise und/oder Technik und allen Liebhaber*innen von guten Kriminalgeschichten. Für alle, die sich von der Dicke des Romans abgeschreckt fühlen, empfehle ich das Hörbuch, gelesen von Oliver Rohrbeck.
Titel: Der Funke des Chronos
Autor: Thomas Finn
Verlag: Piper
Seitenanzahl: 401 Seiten
Erscheinungsdatum: 2006
ISBN: 9-783-492-701-280
Preis: 4,49 €
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