Von Intrigen und tödlichen Erblasten [Der Seelenhändler]
Es ist Sommer 1385 in der Steiermark als der Einsiedler Wolf die Familie des Köhlers ermordet in ihrer Hütte findet. Wie ein Wunder erscheint es, dass der Sohn der Familie, Bertram, ihn an diesem Tag bei seinen Streifzügen durch die Wälder begleitet hat und somit dem Schicksal seiner Familie entging. Wolf bringt den Jungen im naheliegenden Kloster unter und macht sich mit dem Segen des Abts auf die Suche nach den Mördern. Doch kurz darauf werden seine Nachforschungen gestört, als auf der Straße in die benachbarte Burg ein Konvoi italienischer Händler überfallen wird.
Wolf
wird auch mit diesen Ermittlungen betraut und steht kurz darauf vor der
alles entscheidenden Frage: Gibt es eine Verbindung zwischen den
Verbrechen oder jagt er einer falschen Spur nach?
Ein Kriminalroman im Mittelalterlichen Szenario, so stellt sich
„Der Seelenhändler“ von Peter Orontes, erschienen 2009 im Knaur-Verlag, seinem
potentiellen Leser vor. Und dieser hat es in sich, denn nicht nur ein
einspuriger Handlungsstrang erwartet einen, sondern mehrere parallel
geführte Problematiken, die miteinander verwoben, doch an
unterschiedliche Ziele führen. Die Beweislage ist auch für den Leser
undurchsichtig und lädt zum Miträtseln ein, die Lösung erinnert beinahe
an einen Sherlock Holmes Fall und sorgt bis zur letzten Seite für ein
spannendes Leseerlebnis.
Die Charaktere sind nicht der Schwerpunkt, zeigen aber eine angenehme
Tiefe, die sie interessant erscheinen lässt, ohne den Handlungsfluss zu
stören. Mittelalterliche Gepflogenheiten sind authentisch wiedergegeben,
zumindest aus den Augen eines Laien gelesen, und Abweichungen vom
bekannten Standard stimmig erklärt. Auch das ausführliche Glossar und die angehängte Quellenangabe sprechen für eine umfangreiche Recherche des Autors über das Leben im Mittelalter.
Landschaft und allgemeine Szenerie
wird nur soweit beschrieben, dass die Storyline verfolgt werden und der
Leser in das mittelalterliche Setting eintauchen kann.
Der Schwerpunkt liegt allerdings auf der Handlung, was mich nicht
sonderlich gestört hat und was auch typisch für Kriminalromane ist.
Ich empfehle den Roman Lesern ab 13/14 Jahren, die sich für
Kriminalromane und/oder Mittelalter interessieren und die etwas Ausdauer
mitbringen, denn das Buch gehört zu den dickeren Schmökern – aber es
lohnt sich.
Titel: Der Seelenhändler
Autor: Peter Orontes
Verlag:Knaur.-Verlag
Seitenanzahl: 591 Seiten
Erscheinungsdatum: 2009
ISBN: 9-783-426-503-867
Preis:9,99 €
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