Von schreienden Mumien und toten Agenten [Osiris Ritual]
„Osiris Ritual“ ist bereits der zweite Roman um die von George Mann ins Leben gerufene Ermittler Sir Maurice Newbury und Veronica Hobbes, erschien 2009 in Originalsprache und wurde 2012 in deutscher Sprache im Piper Verlag veröffentlicht. Der Steampunk-Krimi entführt nicht nur in das viktorianische London, sondern auch in das alte Ägypten und zwingt Newbury dazu sich mit dem was er ist, und was aus ihm werden könnte auseinander zu setzen.
Eine lebendig begrabene, ägyptische Mumie wird in London vorgeführt, eine Serie von Morden und vermissten Frauen beschäftigt die Stadt und dann taucht auch noch der abtrünnige und für tot erklärte Agent Ashford auf, dessen andauernde Existenz auf keinen Fall an die Öffentlichkeit geraten darf.
Newbury und Hobbes haben alle Hände voll zu tun, um die Stadt vor dem Chaos zu bewahren und müssen scheinbar an fünf Orten gleichzeitig sein – oder hängen die Ereignisse etwa miteinander zusammen?
Bereits mit der ersten Szene wird der Leser mit der gesellschaftlichen Struktur und dem Umfeld der Hauptpersonen vertraut gemacht und bekommt Einblicke in die Bedeutung der technischen Errungenschaften zu dieser Zeit. Die Hauptperson Newbury wird hierbei aus der Sicht des Journalisten Purefoy vorgestellt, was einen neuen Blickwinkel auf den Ermittler erlaubt. Auch der Dreh- und Angelpunkt der Verwicklungen wird mit dem Präsentieren der Mumie direkt an den Anfang gesetzt.
Auch die weiteren Entwicklungen des Romans stellen Newbury deutlich in den Vordergrund und lassen seine Assistentin Hobbes ein wenig wie eine Nebenfigur erscheinen, bis sich ihr Handlungsstrang mit dem von Newbury wieder zusammenfügt und es zur finalen, gemeinsamen Verbrecherjagd kommt.
Das private Leben der Ermittler bleibt dabei immer noch undurchsichtig, auch wenn dem Leser immer mehr Einblicke gewährt werden, was das Interesse an den weiteren Romanen der Reihe stärkt.
Das „Steampunkfeeling“ wird durch die auftretenden Charaktere und Erfindungen aufgebaut, steht aber nicht im Vordergrund und so werden viele Maschinen als selbstverständlich angesehen und nur so oberflächlich beschrieben, wie man es in einem aktuell datierten Roman mit Autos oder Laptops machen würde. Es gibt sie, neue Erfindungen werden auch kurz erwähnt und auf Gefahren hingewiesen, doch ins Detail geht der Autor in diesem Punkt nicht.
Alles in allem ist es ein angenehmer Roman, der mit Spannung und Phantasie sowohl für Vielleser als auch für solche, die nur selten zum Lesen kommen, geeignet ist und für fesselnde Unterhaltung sorgt. Für Leser ab 15 Jahren, die sich für Krimi und Steampunk interessieren ist dieses Buch eine absolute Empfehlung.
Titel: Osiris RitualOriginaltitel: The Osiris Ritual
Autor: George Mann
Übersetzer: Jürgen Langowski
Originalverlag: Snowbooks
Verlag (deutsch): Piper
Seitenanzahl: 388
Erscheinungsdatum: 2009 (dt. 2012)
ISBN: 978-3-492-26928-5
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